Als ich genannt habe, dachte ich nicht, dass uns die Vorbereitung auf die Working-Equitation-Saison so sehr in Anspruch nehmen würde. Daher meldete ich nicht nur für die Dressur, sondern auch für das Springen. Eine Entscheidung, die ich am Tag des Bewerbs – spätestens beim Abschreiten des Parcours – dann doch etwas bereute. Neun Hindernisse standen in einer recht anspruchsvollen Linie in der Waldarena, darunter auch zwei Oxer. Nun ja, so etwas hatte mein Stütchen zuletzt vor einem Jahr gesehen. Umso größer war meine Freude, als Maya über sich hinauswuchs, alle Sprünge in einem Zug nahm und dabei unheimlich rittig blieb. Nicht nur einmal kompensierte sie mein mäßig ausgeprägtes Distanzgespür und zeigte eine wirklich tolle Leistung – die sogar mit einem Pokal für den 3. Platz belohnt wurde.
Die Dressur lief leider etwas weniger gut. Sie war etwas spannig, woraus sich einige Fehler ergaben. Platz 15 von 16 war das Resultat. Trotzdem war ich insgesamt positiv überrascht, denn obwohl ihre Nerven sie manchmal im Stich lassen, blieb sie diesmal voll bei mir.
Ein Tag war uns natürlich nicht genug, und so ging es am Sonntag in die dritte Sparte – die Working Equitation. Hier konnten wir nochmal wirklich harmonische Ritte zeigen. Am zweiten Tag war das Dressurviereck schon deutlich weniger gruselig, und wir wurden mit Platz 3 von 6 belohnt. Obwohl wir am Vortag die Hindernisse nicht mehr besichtigt hatten (Frau Pferd hatte verständlicherweise keine Lust, ein drittes Mal in die Waldarena zu gehen), kam das eigentliche Highlight dann im Dressurtrail: Den konnten wir nämlich mit 67,9 % für uns entscheiden. So macht Reiten Spaß.
Daher beschloss ich, im Speedtrail etwas mehr Tempo zu zeigen – in der Hoffnung, dass ihre Nerven so gut wie bisher halten würden. Das taten sie auch, allerdings unterlief mir ein Missgeschick. Die Garrocha fiel beim Zurücksetzen in die Tonne wieder heraus. Maya zeigte Nervenstärke und stand wie eine Statue, als ich abstieg und mich mitsamt Garrocha und Kranz wieder aufs Pferd hievte. Trotz dieses Zwischenfalls reichte es noch für Platz 3 von 6 im Speedtrail – und damit auch für den 3. Platz in der Gesamtwertung.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen bot die Waldarena eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Perfekte Organisation, großartige Stimmung – und ein Stütchen, das an beiden Tagen alles für mich gegeben hat.



